Mitgliederversammlung 2015

Hövelhof, 10. September 2015

Rückzug aus Fläche für Delbrück-Hövelhof kein Thema

Volksbank will persönliche Beratung und digitale Angebote weiter ausbauen

Heimspiel für ein in Medienkreisen prominentes „Kind“ aus dem Delbrücker Land: Der gebürtige Delbrücker Dr. Jürgen Brautmeier, heute Direktor der Landesanstalt für Medien und zugleich amtierender Vorsitzender der Bundes-Direktorenkonferenz, stattete in diesen Tagen seiner alten Heimat einen Besuch ab. Auf Einladung der Volksbank Delbrück-Hövelhof sprach Brautmeier auf der großen Mitgliederversammlung im Schützen- und Bürgerhaus von Hövelhof über die zunehmende Digitalisierung der Medienwelt und deren Folgen.

Eine der Kernbotschaften des Medienexperten: Die kostenfreien Informationsangebote - vor allem jene aus dem Internet - führen zu einem spürbaren Rückgang der Qualität. Brautmeier: „Wir können uns in Teilen des Journalismus nicht mehr wie früher auf den Qualitätsstandard verlassen.“ Der Appell des Experten an seine 800 Zuhörer lautete daher: „Entwickeln Sie Ihre eigene Informations- und Medienkompetenz!“

Nachdrücklich warnte Brautmeier, der privat mit Ehefrau und zwei Töchtern in Düsseldorf zu Hause ist, vor einem zu sorglosen Umgang mit den eigenen Daten. „Wo bleibt da die Solidargemeinschaft?“, fragte der prominente Sohn der Stadt Delbrück seine Zuhörer mit Blick auf Bonusmodelle einiger Krankenkassen. Diese honorieren neuerdings die Träger von digitalen Armbändern, die Bewegungsprofile und andere gesundheitsrelevante Daten aufzeichnen und an die Kassen weiterleiten.

„Löschen Sie immer zeitnah Ihre Datenverläufe“, riet der Gastredner den Volksbank-Mitgliedern, um diese abschließend – frei nach Immanuel Kant – zu ermuntern: „Habe Mut, dich deines eigenen Verstands zu bedienen.“ Dem Ausflug von Jürgen Brautmeier in Gegenwart und Zukunft der Medienwelt vorausgegangen waren die Berichte von Vorstand und Aufsichtsrat. Auf die persönliche Vorstellung der beiden Kaunitzer Vorstandsmitglieder Ralf Eifert und Thomas Henkenjohann folgte der Rückblick von Vorstandsmitglied Jörg Horstkötter auf die Entwicklung der Bank im vergangenen Jahr. Tenor seiner Ausführungen: „2014 war ein gutes Jahr für die Volksbank Delbrück-Hövelhof. Auch die Ertragslage ist stabil. Doch mit der gegenwärtigen Niedrigzinsphase, der Regelungswut der Behörden und der zunehmenden Digitalisierung warten große Herausforderungen auf das Institut.“

 

(v.l.) Ralf Eifert, Jörg Horstkötter (beide Vorstand), Gastreferent Dr. Jürgen Brautmeier, die stellvertretende Hövelhofer Bürgermeisterin Monika Rodehuth, Vorstandsvorsitzender Franz Lipsmeier, Aufsichtsratsvorsitzender Paul Berens, Vorstand Rudolf Hagenbrock und Generalbevollmächtigter Thomas Henkenjohann

Ein Rückzug aus der Fläche, sprich eine Schließung von Filialen, kommt für die Volksbank Delbrück-Hövelhof aktuell nicht in Betracht. Das hat der Vorstandsvorsitzende Franz Lipsmeier in seinem Redebeitrag unterstrichen. Lipsmeier: „Wir verfolgen eine Doppelstrategie, sind für die Kunden im Internet und vor Ort erreichbar und wollen dabei insbesondere das Angebot persönlicher Beratung qualitativ und quantitativ weiter ausbauen.“

Mit einem neuen Dienstleistungsangebot will die Volksbank zum Jahresende auf ihre Mitglieder und Kunden zukommen. Vorstandsmitglied Rudolf Hagenbrock: „Dann werden wir das neue Internet-Bezahlverfahren „paydirekt“ der Deutschen Kreditwirtschaft in unserem Geschäftsgebiet einführen.“

Eine Rekordzahl meldet in diesem Jahr die Mitgliederverwaltung der Bank: Nicht weniger als 250 Männer und Frauen blicken 2015 auf 40, 50, 60 oder – in einem Fall – sogar 80 (!) Jahre in der heimischen Kreditgenossenschaft zurück. Auf zwei separaten Veranstaltungen will sich die Bank bei ihren Jubilaren für deren langjährige Treue bedanken.