Delbrück, 02. Juni 2015

Delbrück-Hövelhof sagt „Ja“ zur Bankenehe mit Kaunitz

Vorstandsvorsitzender Lipsmeier: „Neue Volksbank wird ‚Drei-Gewinner-Modell‘“

Wenn das kein perfektes Zeit-Management ist: Für 21 Uhr hatten Vorstände und Aufsichtsräte der Volksbank Delbrück-Hövelhof das Abstimmungsergebnis über das geplante Zusammengehen mit der benachbarten Volksbank Kaunitz erwartet. Es war exakt 21.01 Uhr, als Aufsichtsratsvorsitzender Paul Berens am Dienstagabend die Mitglieder der Vertreterversammlung um ihre Stimme bat. Unmittelbar danach: Ein kurzer Blick zum anwesenden Rechtsanwalt und Notar Frank Seitz aus Hövelhof. Dann die Bekanntgabe des Ergebnisses: Zu 100 Prozent hatten die Vertreter/-innen für die Bankenehe gestimmt. Mit dem gleichen klaren Votum hatten sich vier Tage zuvor bereits die Kaunitzer für eine Zukunft unter einem gemeinsamen Dach ausgesprochen. Damit ist buchstäblich über Nacht aus den beiden Volksbanken Delbrück-Hövelhof und Kaunitz eine neue starke Kreditgenossenschaft in der Region zwischen den drei größten Städten von Ostwestfalen-Lippe (Bielefeld, Paderborn und Gütersloh) entstanden.

Vorstände und Aufsichtsräte sehen in der Fusion auch eine Reaktion auf die enormen Veränderungen und Herausforderungen in der Finanzbranche. Vorstandsvorsitzender Franz Lipsmeier: „In der größeren Einheit lassen sich Aufgaben leichter lösen und Schwierigkeiten besser meistern.“ Für ein positives Vertreter-Votum zur Fusion geworben hatten die Verantwortlichen auch mit Vorteilen für die Mitarbeiter. Sie sollten etwa durch familienfreundlichere Rahmenbedingungen und bessere Karrierechancen profitieren. Im Zentrum aller Bemühungen standen indessen die Mitglieder der beiden Volksbanken. Die Dienstleistungsangebote der Bank – nach den Worten von Franz Lipsmeier schon jetzt maßgeschneidert und keine Ware von der Stange – sollen noch qualifizierter und individueller ausfallen. Der Bankleiter: „Auch unsere prosperierenden Unternehmen haben wir dabei im Blick. Diese können wir künftig besser begleiten.“

Bei den Mitgliedern in Kaunitz und den Vertretern in Delbrück-Hövelhof konnten Vorstände und Aufsichtsräte der beiden Institute mit diesem „Drei-Gewinner-Modell“ (Lipsmeier) voll punkten. Vorstand Rudolf Hagenbrock vor den Vertretern und Gästen (darunter die stellvertretende Bürgermeisterin Brigitte Michaelis): „Zweimal 100 Prozent Zustimmung sind ein hoffnungsvolles Startzeichen für die Zukunft und nebenbei auch ein großer Vertrauensbeweis für uns Akteure. Das hat nach den Wochen und Monaten der Vorbereitung gutgetan.“

Mit dem eindeutigen Votum aus Delbrück ist rückwirkend zum 1. Januar 2015 die neue Volksbank Delbrück-Hövelhof entstanden. Ihre wichtigsten Kennziffern: 640 Millionen Euro Bilanzsumme, 180 Mitarbeiter (davon zehn Auszubildende), zwölf Bankstellen und 35.000 Kunden (darunter 18.000 Mitglieder) in einem Geschäftsgebiet mit 70.000 Einwohnern.

Freuen sich über den eindeutigen Vertrauensbeweis der Vertreter/innen: (v.l.) Meinolf Linnenbrink (stv. Aufsichtsratsvorsitzender Delbrück-Hövelhof), Ralf Eifert und Thomas Henkenjohann (Vorstände Volksbank Kaunitz), Rudolf Hagenbrock (Vorstand Delbrück-Hövelhof), Josef Dresselhaus (Aufsichtsratsvorsitzender Kaunitz), Franz Lipsmeier (Vorstandsvorsitzender Delbrück-Hövelhof), Paul Berens (Aufsichtsratsvorsitzender Delbrück-Hövelhof) und Jörg Horstkötter (Vorstand Delbrück-Hövelhof).

Die Volksbank Delbrück-Hövelhof als deutlich größerer der beiden Partner geht laut Vorstandsmitglied Jörg Horstkötter mit einem erfolgreichen Geschäftsjahr 2014 im Rücken in die neue Verbindung. Quer über alle Bereiche in und außerhalb der Bilanz hat das Institut seinen Geschäftsumfang um 2,8 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro gesteigert. Der ausgewiesene Bilanzgewinn beträgt 960.000 Euro. Etwa ein Drittel davon, summa summarum 348.000 Euro, schüttet das Institut in Form einer 5,5-prozentigen Dividende als Gewinnbeteiligung an seine Anteilseigner aus.

Den entsprechenden Beschluss fasste die Vertreterversammlung einstimmig. Mit dem gleichen Ergebnis wurden der Jahresabschluss festgestellt sowie Vorstand und Aufsichtsrat entlastet. Einigkeit herrschte in der Versammlung auch bei den Personalentscheidungen: Aufsichtsratsmitglied Werner Bohnenpoll wurde für weitere drei Jahre im Amt bestätigt. Für den aus Altersgründen ausgeschiedenen Werner Thor wählten die Vertreter/innen den 47-jährigen Steuerberater Axel Erichlandwehr aus Kaunitz in das Kontrollgremium. Auch die Mandate der beiden scheidenden Aufsichtsräte Karl-Heinz Meier und Günter Krogmeier übernehmen zwei Mitglieder aus Kaunitz mit Aufsichtsratserfahrung: Josef Dresselhaus, 62-jähriger Landwirt und bisheriger Vorsitzender des Gremiums, und Uwe Graute, 45-jähriger Unternehmer aus dem Metallbereich. Für ihr langjähriges ehrenamtliches Wirken in der Volksbank erhielten Günter Krogmeier (zwölf Jahre) und Karl-Heinz Meier (30 Jahre) eine Ehrenurkunde bzw. die Goldene Ehrennadel des Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverbands.