Verl, im November 2016

Ein Vollblutbanker verabschiedet sich in den Ruhestand

Nach 27 Jahren im Vorstand der Volksbank Kaunitz freut sich Ralf Eifert auf seinen neuen Lebensabschnitt

Dieser Mittwoch war im Leben von Ralf Eifert ein besonderer Tag. Kein Arbeitstag wie immer. Keine Akten von Kunden, die ihm in seinem Vorstandsbüro im ersten Stock der Volksbank an der Paderborner Straße 422 - 424 zur Entscheidung vorgelegt wurden. Keine Post vom Bundesamt für das Kreditwesen, kurz BaFin genannt, mit wieder neuen regulatorischen Vorgaben, die auch von „seiner“ Volksbank umgesetzt werden müssen. Das alles und noch viel mehr ist nun Sache seiner Nachfolger. Für Ralf Eifert endete an diesem Mittwoch das aktive Bankerleben. Im Kreise seiner Mitarbeiter verabschiedete sich der Vollblutbanker in den wohlverdienten Ruhestand.

Wenn sein Naturell es zuließe, könnte sich Ralf Eifert entspannt zurücklehnen. Schließlich hinterlässt er ein gut bestelltes Haus. Die Staffelübergabe ist vollzogen. Die vor einem Jahr beschlossene Fusion der Volksbank Kaunitz mit der Volksbank Delbrück-Hövelhof ist erfolgreich bewältigt. Damit sind beide Banken, die allein schon gut aufgestellt waren, noch stärker und somit für kommende Herausforderungen bestens gerüstet.

Mit dieser Fusion hat seine Banker-Karriere einen weiteren Höhepunkt gefunden, die am 1. August 1970 mit der Ausbildung zum Bankkaufmann begann. Es schlossen sich an eine Weiterbildung im Jahre 1977 zum Sparkassenbetriebswirt bei der Kreissparkasse Verden und – seit 1979 in Diensten der Volksbank Detmold – der erfolgreiche Abschluss des bankwirtschaftlichen Führungsseminars an der Genossenschafts-akademie in Montabaur im Jahr 1985 und damit die Erlangung seiner Bankleiterqualifikation. Drei Jahre später wurde Ralf Eifert folgerichtig zum Vorstand bestellt. Damit honorierte man seine Kompetenz, seine Zuverlässigkeit und sein Verantwortungsbewusstsein: vom 1. Januar 1979 bis zum 30. Juni 1989 im Dienst der Volksbank Welver und seit dem 1. Juli 1989 als hauptamtliches Vorstandsmitglied der Volksbank Kaunitz. In dieser Funktion hat der engagierte und vorausschauende Banker entscheidend zur erfolgreichen Entwicklung der Volksbank bei-getragen. Hier konnte er am 1. Juli 2014 auch sein 25-jähriges Dienstjubiläum feiern.

Staffelübergabe bei der Volksbank in Kaunitz: Ralf Eifert (Mitte) wechselt in den wohlverdienten Ruhestand. Alles Gute wünschen Josef Dresselhaus und Thomas Henkenjohann.


Stichwort Jubiläum: Auch ein ganz besonderes Bankjubiläum fiel in seine Amtszeit. 125 Jahre Volksbank Kaunitz galt es in 2011 zu feiern. Mehr als 900 Gäste feierten am 5. Mai in der proppevollen Ostwestfalenhalle mit und genossen den von Ralf Eifert federführend organisierten bunten Abend mit ZDF-Moderator Alexander Niemetz als Festredner.

Aber nicht nur alle Themen rund um das Bankgeschäft waren Ralf Eifert vertraut. Für die örtliche Presse war er ein gefragter Interviewpartner, wenn es galt, die gesamtwirtschaftliche Situation einzuschätzen. Die Mitglieder profitierten von seinem Sachverstand, wenn es auf den jährlichen Generalversammlungen darum ging, Stellungnahmen zu überregionalen Themen abzugeben. Seine Kollegen und Geschäftspartner schätzten seinen analytischen Blick auf den bundesweiten Kreditsektor und dessen Auswirkungen auf die heimischen Märkte. Darüber hinaus engagierte sich Eifert im Arbeitskreis Landwirtschaft der Westdeutschen Genossenschaftszentralbank sowie im Beirat und Aufsichtsrat des Gewinnsparvereins. Zudem  bringt er seit 2007 sein Wissen als ehrenamtlicher Richter am Arbeitsgericht Bielefeld ein.
Der dritte Lebensabschnitt – er beginnt nun für Ralf Eifert ab dem 1. Dezember. Pläne hat der „Privatier“ viele: Zeit für Frau und Familie. Zeit für kulturelle Veranstaltungen und Reisen. Zeit für sein neues Hobby, die Jagd. Auch auf dem Tennisplatz und bei den Heimspielen des SC Verl wird man Ralf Eifert sicherlich noch häufiger treffen. Und – wenn sich die Chance auf einen Zuschauerplatz ergibt: bei den Heimspielen von Borussia Dortmund.